
In Marcel Bühlers künstlerischer Praxis geht es von ihrem Beginn an um die Fragen der persönlichen, systemischen und kulturellen Bedingungen von Kunst und Kunstproduktion. Seit langem ist es allgemein akzeptiertes Wissen, dass, sobald neues, mächtiges Vokabular in einen Diskurs, Code, Kontext etc. eingeführt wird, sobald es also benutzt wird, ein Prozess eines Paradigmenwechsels beginnt. An dessen Ende ist dieses Vokabular seiner Neuheit beraubt und zum Allgemeingut geworden. Obwohl Neuerungen oft etwas Sensationelles anhaftet, handelt es sich in der Regel um Entwicklungen, die fest eingebunden sind in ein enges historisches und gesellschaftliches Geflecht.
In seinen Lichtarbeiten, Skulpturen, Installationen und Collagen beschäftigt sich Marcel Bühler mit der Kunst als exemplarisches soziales System, insbesondere mit dessen Reaktionen auf Brüche, wie Ausgrenzungen, Disziplinierungen, Veränderungen und Anpassungen. Er bedient sich dazu des Mittels ironischer Kommentare. Konsequenter Weise ist daher auch nicht ein spezielles Material oder ein bestimmter Ausdruck der rote Faden, der sein Werk durchzieht, sondern die Auffassung und der belustigte Blick auf das eigene Tun. Die Vielfalt der von ihm benutzten Ausdrucksmittel spiegelt dabei nicht nur die Weigerung des Künstlers zur eindeutigen und schnellen Identifizierbarkeit des Schaffenden anhand einer persönlichen Handschrift, sondern gerade auch die Lust am komplexen Spiel mit internen und externen Verweisen, das sich offensichtlichen Spielregeln nicht unterwerfen mag.